Verein für Geschichte
und Heimatkunde Bedburg e.V.

Bedburg Schloss



Die Ursprünge von Schloss Bedburg gehen vermutlich auf die Anlage einer Motte zurück, wovon aber keine Teile mehr erhalten geblieben sind. Es zählt zu den frühsten Adelssitzen im Erftraum. Die ältesten Bauteile, aus dem 12. Jh., befinden sich im Kellergeschoß. Zu dieser Zeit kennen wir einen Ludolphus de Bethbure. Im 13. Jh. könnten die Herren von Heinsberg das Schloss als Lehen besessen haben, bevor es dann an die Herren von Reifferscheid, einem Fredericus de Bedbure, überging.

Bei der Burg handelt es sich um einen „Kastelltyp“, bestehend aus drei Bautrakten und zwei Rund- sowie zwei Vierecktürmen. Die Burg bzw. das Schloss wurde mehrfach beschädigt und umgebaut.

Die Grafen von Neuenahr besaßen ab 1403 das Schloss. 1588 wurde dann Graf Werner von Reifferscheid mit dem Anwesen belehnt und blieb bis ins Jahr 1798 in den Händen des Hauses von Salm-Reifferscheid. Nach dem Frieden von Lunéville 1801 fiel das Schloss offiziell an den französischen Staat und wurde zeitweise als Wohngebäude für Veteranen der französischen Armee genutzt. Nach kurzem Leerstand und nun im preußischen Besitz, hat man es als Lazarett für die Augenkranken der Strafanstalt Brauweiler umfunktioniert.

Die „Genossenschaft des Rheinischen ritterbürtigen Adels“ erstand das Schloss 1839 bei einer Versteigerung. Von 1842 bis 1922 hat die Genossenschaft die Rheinische Ritterakademie (ein Gymnasium) im Gebäude untergebracht. Das Anwesen kam danach in den Besitz der Gewerkschaft Union mit Sitz in Neurath, die es als Verwaltungssitz nutzte.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss durch einige Bombentreffer erheblich beschädigt. Kurzfristig hatte die Rheinische Braunkohlen AG die Anlage, bis es an den Schlossverein 1971 überging. Sie sanierten das Schloss auch mit Hilfe der Stadt Bedburg.

Anschließend ging es in privater Hand über. Der Burgenkönig Hillebrand restaurierte nach 1980 die Anlage und nutzte die Räume gewerblich sowie auch als Wohnanlage. 2011 wurde dann die neugotische Kapelle (von 1855) abgerissen. Im Erdgeschoß belegt die Stadt einige Räume für Veranstaltungen, Kongresse, Sitzungen und Konferenzen. Ganz beliebt sind Trauungen im Schloss.

Weitere Infos:

Bedburger Erbfolgekrieg und Religionswirren


Schloss Bedburg 1584