Verein für Geschichte
und Heimatkunde Bedburg e.V.

Hundsgasse



Der Name der Gasse hat nichts mit unseren vierbeinigen Haustieren zu tun. Der Hund war im Mittelalter ein viereckiger Wehrturm, als Bestandteil der Stadtmauer. Er stand an der Gasse, die geschichtsträchtig ist. Im Jahr 1748 wurde die Gasse wie folgt genannt „gaße, so vom hundt auff dem marckt außgeht“, also die Gasse die vom Hund zum Marktplatz verläuft.

Als die Sturmglocke der Lambertuskirche am 26. Oktober 1673 morgens läutete, hatten sich die Söldner der Spanier und Niederländer zum Sturm auf die Stadtmauer am Kölner Tor versammelt. Sie schlugen ihre Sturmleiter gegen die Stadtmauer und auf der Mauerkrone begann ein erbittertes Hauen und Stechen. Da die fremden Söldner in Überzahl waren, war die Stadtmauer gefallen und die Söldner drangen ins Innere der Stadt vor. Eines der letzten innerstädtischen Gefechte wurde in der Hundsgasse um den besagten Turm geführt. Die Besatzung kämpfte tapfer, musste sich aber letztendlich der großen Übermacht geschlagen geben. Die Stadt lag zu ein Drittel in Schutt und Asche und es dauerte lange, bis die Stadt sich davon erholt hatte.

In der Hundsgasse 7 wohnte die jüdische Familie Hirsch. Max Hirsch und seine Familie stammte aus dem Ort Gindorf. Auch die Familie Levy wohnte in der Hundsgasse. 1942 wurden die Juden in sogenannte Judenhäuser und weiter in verschiedene Lager gebracht und ermordet. Stolpersteine erinnern an die Mitglieder der Familien Hirsch und Levy.

Weitere Infos:

Standort Hundsgasse

Stolpersteine